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02 – Wozu Kompass?

Muslimische Jugendliche…

… leben in Deutschland in einer gesellschaftlichen Umgebung, in der sie große Herausforderungen zu bewältigen haben. Nicht nur durch die Medien, sondern auch in der Schule, auf dem Arbeitsmarkt, in Peergroups und familiären Umfeld können junge Muslime mit anti-muslimischen Vorurteilen und gleichzeitig mit dem Gedankengut religiöser Extremisten konfrontiert werden und müssen gewollt oder ungewollt Stellung zu ihrem Glauben beziehen. Wenn sie über keine gefestigte Identität verfügen, können sie durch eine solche Konfrontation verunsichert werden, weil sie auf gestellte Fragen oder aufgestellte Thesen nicht angemessen eingehen können. Diese Verunsicherung kann nicht nur eine geeignete Projektionsfläche für den anti-muslimischen Rassismus sein, sondern kann auch einer religiösen Radikalisierung einen Nährboden bereiten. Das Jugendbildungsprogramm Kompass – Muslimische Jugendbildung möchte junge Muslime gegen anti-muslimischen Rassismus und religiösen Extremismus empowern.  Dabei versteht sich Kompass als eine Plattform für eine kritisch-reflexive Auseinandersetzung mit verschiedenen Formen der Diskriminierung und ihrer Abwehr. Dabei knüpft das Programm an Bedürfnisse und Fragen junger Muslime in Deutschland an. Unter der Fragestellung „Was brauchen Jugendliche?“ folgt Kompass konsequent einer Perspektive vom einzelnen Jugendlichen her und möchte Räume für die Entfaltung der Persönlichkeit zur Verfügung stellen. Für die Jugendlichen sollen sich Wege eröffnen, auf denen die eigene kulturelle und religiöse Zugehörigkeit eingebracht und eine reflektierte und selbstbestimmte Identität entwickelt werden kann. Kompass möchte heranwachsende Muslime dazu befähigen sich selbst und ihre persönlichen und gesellschaftlichen Lebensbe-dingungen zu erkennen, um sich damit pro-aktiv auseinander zu setzen. Auf diese Weise können sie an der Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens in Deutschland unter Einbezug ihrer kulturellen und religiösen Identität teilhaben und mitwirken.